Philosophie

Boulder- und Naturschutzphilosophie von bimano.ch

„Hand in Hand“ - bimano.ch möchte zwei Dinge:

  1. Bouldergebiete sollen etabliert, entlastet und die Regelungen der jeweiligen Gebiete veröffentlicht werden. Bouldergebiete sollen mit einem durchdachten Konzept vor eventuellen Sperrungen geschützt werden!
  2. Bouldern und Naturschutz soll koordiniert und Regelungen formuliert werden!

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Das Bouldern hat sich seit einigen Jahren an den Granitblöcken der Südschweiz etabliert. Manche Gebiete gehören zu den weltbesten Bouldergebieten und sind für die Gemeinden wichtige Tourismusfaktoren. Da sich der Sport weiterentwickelt, ist es eine logische Konsequenz, dass sich das Bouldern auch nördlich der Alpen etablieren wird. Einerseits ist es „ökologischer Wahnsinn“ jedes Wochenende in den Süden zu fahren, andererseits ist das Potential für Bouldergebiete auch im Norden vorhanden.

Das Bouldern an sich ist eine weitgehend umweltschonende Betätigung. Oft ist  ausser dem Entfernen von Sand und Staub auf den Griffen keinerlei weiterer Eingriff in die Natur nötig. Anders als beim Klettern mit Seil, wo Haken gesetzt und im Fels belassen werden, hinterlassen die Boulderer keinerlei bleibende Spuren. Da sich die Boulderer immer in Bodennähe aufhalten, kollidiert der Sport auch kaum mit dem Vogelschutz.

Da die potentiellen Bouldergebiete aber oft im Wald oder im Mittelgebirgsraum liegen, kann es bei „wilder“ Erschliesssung zu Problemen kommen. Hauptproblempunkte sind das Aufeinandertreffen der Boulderer mit anderen Interessensgruppen wie z.B. Jägern, sowie unkontrolliertes und übertriebenes „Putzen“ von Blöcken mit schützenswerter Vegetation.
Von Seiten der Boulderer könnten die meisten potentiellen Problempunkte mit einfachen Verhaltensregeln vermieden werden.

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Der Klettersport hat ja schon eine längere Geschichte als das Bouldern.

Aus der Entwicklung des Klettersportes lassen sich folgende Erkenntnisse für das Klettern und Bouldern ableiten:

  •  Ungelenkte und unorganisierte Kletterer verursachen die grössten Probleme.
  • Probleme entstehen oft durch „Einzelaktionen“ wie z.B. „wildes“ (also unkoordiniertes) Erschliessen.
  • Die Konzentration auf wenige Gebiete führt durch die hohe Nutzung dort meistens zu Problemen. Das Angebot vieler Felsen führt zur Verteilung der Kletterer und zur Vermeidung gravierender Umweltschäden.
  • Kletterer und Naturschützer harmonieren überall dort, wo sich die beiden Interessenparteien transparent und konstruktiv miteinander auseinandersetzen. Kletterer und Boulderer sind in der Regel auch Naturschützer.
  • Freiwillige Regeln, welche sich die  Kletterer und Boulderer selbst auferlegen, finden meist eine grössere Akzeptanz als „fremdbestimmte“ Verpflichtungen.
  • Regeln seitens der Behörden „schiessen häufig übers Ziel hinaus“. Oft wurden übertriebene Totalsperrungen ausgesprochen, die nur teilweise den Bedürfnissen des Naturschutzes entsprechen und auch zur räumlichen Verlagerung der  Probleme geführt haben. 
  • Veröffentlichte, sauber kommunizierte und konsequent befolgte Regeln tragen wesentlich zur Akzeptanz der Kletterer bei den anderen Interessensgruppen bei.
  • Förster und Jäger stehen Kletterern und Boulderern nicht generell negativ gegenüber. Sie haben aber meistens ein grosses Interesse an „geregelten     Verhältnissen“.
  • Sog. „Geheimgebiete“ besitzen das grösste Konfliktpotential, da dort durch fehlende Veröffentlichung und Offenlegung der Situation die meisten „Fettnäpfchen“ getroffen werden!!! 
  • Persönliche Kontakte und Verhandlungen schaffen Vertrauen und sind Voraussetzungen für breit abgestütze Lösungen.

Fazit und Chancen für den Bouldersport:

  • Bouldern an sich stellt in der Regel keine grosse Störung für Natur und Umwelt dar.
  • Die grössten Probleme beim Erschliessen neuer Gebiete und beim Bouldern in den Gebieten können durch einfache Verhaltensregeln behoben     werden.
  • Die Probleme basieren weitestgehend auf fehlendem Regelwerk unter den Boulderern und Missverständnissen bei Förstern und Jägern.
  • Es sollte eine grösstmöglichste Transparenz und Akzeptanz zwischen allen Beteiligten angestrebt werden.
  • Um die bestehenden Bouldergebiete zu erhalten, sollte man versuchen dort zu Lenken und zu Steuern BEVOR Probleme entstehen.
  • Das riesige Potential von unerschlossenen Bouldergebieten sollte sanft erschlossen werden. Geringe Eingriffe in die Natur, eine leicht verständliche und konsequente Kommunikation und eine klare Lenkung der Boulderer sind Voraussetzungen für eine naturverträgliche Nutzung der Felsen.- Wirklich naturschutzrelevante Gebiete dürfen nicht erschlossen werden. Diese Gebiete sollten aber allen bekannt sein und von Boulderern als „Tabuzonen“ akzeptiert werden. Häufig sind die naturschützerisch besonders wertvollen Bereiche nicht deckungsgleich mit den klettertechnisch interessantesten Sektoren. 
  • Für die „inoffiziellen“ oder „geheimen“ Bouldergebiete sollten offizielle Regeln geschaffen und veröffentlicht werden.
  • Generelle Verbote sind aus Sicht der Boulderer keine akzeptable Lösung.

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„Boulderkodex“

  1. Wir achten die Natur als den Ort unserer Aktivität und gehen so sorgsam wie möglich damit um.
  2. Wir informieren uns vor dem Besuch eines Gebiets über Schutzgebiete, Betretungsverbote und Weggebote und  beachten diese. Wir respektieren örtliche Absprachen und zeitliche Beschränkungen.
  3. Wir nutzen den ÖV, wo möglich.
  4. Wir parken an den ausgewiesenen Stellen und behindern niemand.
  5. Wir bleiben auf den vorhandenen Wegen und vermeiden „Abkürzungen“.
  6. Wir verhalten uns im Wald so unauffällig wie möglich. Insbesondere machen wir Feuer nur an ausgewiesenen Grillstellen und vermeiden Lärm.
  7. Nach dem Bouldern reinigen wir die Griffe.
  8. Selbstverständlich nehmen wir den Abfall von uns mit – und wenn nötig auch den anderer.
  9. Förstern, Jägern und Vertretern anderer Interessensgruppen treten wir freundlich gegenüber auf und erklären unser Tun.
  10. Im Bereich von Jägerständen und Futterstellen verhalten wir uns besonders unauffällig und verlassen das Gebiet eine Stunde vor dem Beginn der Dämmerung.

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Das Lindental: Beispiel dafür, dass es "Hand in Hand" am besten geht!

„Erschliessungskodex für Boulderer“

  1. Wir achten die Natur als den Ort unserer Aktivität und gehen so sorgsam wie möglich damit um.
  2. Bevor wir neue Gebiete erschliessen, klären wir die rechtliche  Situation. Insbesondere der Aspekt Natur- und Landschaftsschutz sollte abgeklärt werden. 
  3. Wir verzichten auf das Putzen unlohnender Blöcke. 
  4. Wir putzen, erschliessen und markieren so dezent wie möglich („so viel wie nötig und so wenig wie möglich“). Insbesondere sollte überlegt werden, ob ein Ausstieg auf den Block  durch Abspringen von einem „Ausstiegsgriff“ vermieden werden kann. Damit entfällt das Putzen und Begehen der Blockoberseite.
  5. Der Absprungbereich wird mit Mass und Ziel präpariert. 
  6. Selbstverständlich werden keine Griffe künstlich verändert.
  7. Die begangenen und „offiziellen“ Boulder werden mit kleinen schwarzen oder weissen Pfeilen am Einstieg markiert.
  8. Wenn nötig wird der Zugangsweg mit Steinmännchen gekennzeichnet.
  9. Als Erschliesser verhalten wir uns als Vorbild für die anderen Boulderer und halten uns gewissenhaft an den „Boulderkodex“.

Das komplette Boulderkonzept kann als PDF herunter geladen werden!

Wer sich genauer dafür interessiert, was teilweise auf und um die Blöcke herum an schützenswerten Flechten, Moosen, sonstigen Pflanzen und Tieren so wächst und gedeit, sollte sich auf jeden Fall einmal die Seite www.artenschutz.ch anschauen!
Vielleicht putzt man danach die Blöcke etwas sensibler...

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