
Das Kesslerloch zwischen Schaffhausen und der deutschen Grenze wird schon seit mindestens 15000 Jahren von Menschen besucht. Wen es interessiert: etliche Funde aus dieser Zeit wie z.B Schmuck, Waffen oder Werkzeuge können im Konstanzer "Rosgarten"- Museum bewundert werden.
Da die damals, dort wohnenden Menschen mit Sicherheit auch nicht nur den "Ernst des Lebens" im Sinn hatten, wurde wahrscheinlich schon in der Vorzeit der ein oder andere Boulder begangen...!!!????!!!
Schaut man wieder in kleinere Zeiträume zurück, dann war es wieder einmal Fred Nicole, welcher das Kesslerloch als Bouldergebiet über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Sein Boulder "Eau Profond" wurde schon 1997 erstbegangen und wird auch heute noch mit 8B+ gehandelt.
Der Charakter der Boulder ist etwas speziell: bei den schweren Bouldern dominieren recht scharfe Fingerlöcher in sehr überhängendem Fels. Am ehesten lässt sich die Kletterei mit dem deutschen Kletter- und Bouldergebiet Frankenjura vergleichen. Wer diese Art von Kletterei nicht gewohnt ist, sollte es nicht übertreiben und das Verletzungsrisiko bei dieser Fingerlochzieherei beachten...

Anfahrt ÖV:
Mit der Bahn bis zum Bahnhof Thayngen. Vom Bahnhof erreicht man das Kesslerloch in etwa 10 Gehminuten indem man der "Kesslerlochstrasse" nach Westen folgt.
Hier direkt zum Online - Fahrplan der SBB.
Anfahrt Auto:
Auf der Verbindungsautobahn von Schaffhausen Richtung Singen fährt man Richtung deutscher Grenze. Kurz vor der Grenze bei Thayngen zweit links eine kleine Strasse Richtung "Bibern / Hofen" ab. Hier abbiegen und nach ca. 300 Meter rechts auf einem Parkplatz parkieren.
Lage:
Schweizer Landeskarte 1:25000: Blatt 1032 Diessenhofen
Koordinaten: /
Zustieg:
Vom Parkplatz folgt man dem beschilderten Wanderweg in zwei Kehren bergab zum Kesslerloch.
Ab Parkplatz 3 Minuten.
Klima:
Das typische Kalkhöhlenklima: erst braucht es sehr lange, bis es trocken ist, dann kann aber auch bei Regen gebouldert werden und wird erst wieder nach wirklich intensiven Regenfällen nass. Ansonsten kann zwischen Sonne und Schatten frei gewählt werden. Gute - aber auch schlechte - Verhältnisse können das ganze Jahr angetroffen werden. Witterungsverlauf beachten!
Charakter der Kletterei:
Insgesamt handelt es sich um stark überhängende, sehr athletische Kletterei an Leisten, Schlitzen und teils sehr scharfen Fingerlöchern.
Bodenbereich / Kinder:
Meist ebener Boden und grösstenteils ideales
Absprunggelände. Der Zustieg ist ab Parkplatz extrem kurz aber nicht
kinderwagengängig (ab Bahnhof schon). Das Gelände rund um die Höhle ist für Kinder aber geradezu perfekt! Grillstelle und Picknickplatz ist vorhanden.
Besonderes:
Um die Kommunikation - bei dem Durcheinander der Routennummerierungen in der existierenden Literatur - zu vereinfachen, habe ich mir erlaubt die namenlosen Boulder mit "Arbeitsnamen" zu versehen. Diese Namen stehen in " ". Sollten noch Orginalnamen zu dem ein oder anderen Boulder existieren, dann bitte ich, diese mir mitzuteilen. Wem diese Namen nicht passen, kann ja weiterhin bei "Nr. 14 im Blocheartführer" bleiben...
Zusätzlich zu den aufgeführten Bouldern existieren noch etliche Varianten und Kombinationen. Auch ist die Definition des "Ausstiegsgriffes" teilweise etwas offen. Wer mehr Mut hat, nimmt halt noch das nächst höhere Loch...

Nichts für Höhlenbären: Wolfgang in "Trainspotting" 7A Foto: Annette Antz
Obere Höhlenseite:

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1. "Sid´s Start" 5
Netter und als Ausnahme mal ein leichter Boulder...
SD an sehr grosser Schuppe (Markierung: weisser Pfeil) ganz links aussen. Gerade hoch bis ins leichtere Gelände.
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2. "Manni´s Move" 7A+ ***
SD rechts an einem grossen, tropfenförmigen Sinter an sehr grossen Griffen (Markiering: weisser Pfeil und zwei weisse Punkte). Kurze Traverse nach links zu Sanduhr bei Sinter, dann schräg rechts hoch in die kleine Verschneidung. Ende bei recht gutem Griff (Markierung: grosses schwarzes x).
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3. "Diego´s Dyno" 7B+ ***
SD wie 2. Über sehr scharfe Zweifingerlöcher schräg links hoch direkt zum selben Ausstieg wie 2.
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4. "Fred Feuerstein" 7C ***
Toller logischer Boulder, aber extrem maximalkräftig...
SD am rechten Rand der kleinen Höhle (Markiering: weisser Pfeil und zwei weisse Punkte), an grossen Griffen. Mit einem extrem weiten Zug über den kleinen Einschnitt direkt vor zur Dachkante und noch etwas hoch zu grossen Ausstiegsgriff (Markierung: weisses +). Wer will kann danach noch das Ende von "Trainspotting - extendet" dranhängen - dies macht den Boulder länger aber nicht mehr wesentlich schwerer.

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5. "Südportal" 7C ***
SD dort wo der flache Boden in einem Knick in die Höhle abfällt bei grosser Seitschuppe. Gerade hoch ins Dach, dann über weit auseinanderliegende Löcher nach links bis zu einem recht guten Band weit links.
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6. Paläophysiologie 7B+ (F. Springer)
Wurde evtl. schon früher begangen.
SD wie 5. Kurz hoch zum grossen Griffband, kurz nach rechts, dann im leichten Rechtsbogen zu einem markanten nach links ziehenden Riss. Ende an dessen Ende.
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7. "Homo Sapiens" 5+ ***
Dieser Boulder wurde bestimmt schon vor 15000 Jahren gezogen...
SD wie 5. kurz hoch zum grossen Griffband, dann horizontal nach rechts bis zum äusserst rechten grossen Griff.
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8. "Notausgang" 6A ***
Der "leichteste" Ausgang aus der Höhle (wenn man den Weg über den Boden ausklammert). Guter "warm up".
Startet in der Höhle bei dem grossen "Pfeiler" an riesigen horizontalen Griffen. Traverse an den grossen Griffen vor Richtung Höhlenausgang. Endet beim grossen Ausstiegsgriff von 7.

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9. Abysse 8B (Fred Nicole)
Wirklich etwas für die Höhlenmenschen: etwas düsteres Ambiente hier.
SD an versinterten Griffen knapp links eines grünen Farbfleckes. Über sehr kleine Leisten und Seitgriffe vor zur Dachkante und dann noch etwas hoch zum grossen Querband.

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10. "Outdoorveranstaltung" 5
Rechts des Schildes gerade hoch (recht leicht, aber ziemlich hoch).
In diesem Bereich gibt es noch weitere leichte Boulder zum Warmmachen, für Kinder und Jugendliche oder für alle Boulderer, welche sich wegen Klaustrophobie nicht in die Höhle trauen.

Die Traversen:
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1. "Sintertraverse" 6B ***
SD wie "Manni´s Move" . Traverse immer knapp über dem Boden nach rechts bis ins leichte Gelände. Kann auch über "Sid´s Start"" beendet werden (Schwierigkeit bleibt gleich).
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2. "Trainspotting" 7A ***
SD wie "Südportal". Kurz hoch, dann recht athletische Traverse nach links bis zum grossen Ausstiegsgriff von "Fred Feuerstein".
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3. "Trainspotting extendet" 7B+ ***
Wie Trainspotting bis zu dessen Ausstiegsgriff nun aber etwas hoch und weiter nach links traversieren bis zum Ausstiegsgriff von "Manni´s Move".
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4. "Integral" 8A ***
Wie "Trainspotting extendet", nur mit wesentlich längerem Zustieg und einigen Metern mehr am Ende. Bei den vielen Ruhepunkten im Mittelteil kann man sich in dieser Traverse gut und gerne einen halben Nachmittag aufhalten. Da fragt man sich fast, wer tut sich so einen Boulder an?
Startet am nördlichen Höhleneingang unter dem Schild und endet am Ende der "Sintertraverse".

Wolfgang in "Trainspotting" 7B Foto: Annette Antz
Untere Höhlenseite:

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1. Accros Magnon 7B / 7B+ (Fred Nicole)
Startet bei grossen Untergriffloch rechts des Efeus. Direkt an der Kante über die "Nase" hoch und weiter über etwas brüchigen Fels zu grossen weissen Ausstiegsloch.
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2. "Bankgeheimnis" 6C ***
...und es wird ein Geheimnis bleiben, warum bei dem vielen Platz die Bank ausgerechnet hier stehen muss! Vorsicht, dass man nicht auf der Tischkante "einschlägt", denn diese ist stabiler als die Wirbelsäule...! Trotzdem: recht schöner Boulder an scharfen Fingerlöchern.
Start bei länglichem Loch in Form einer schrägen Acht. Über die Fingerlöcher entlang eines weissen Streifens gerade hoch zum grossen Ausstiegsgriff.
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3. "Ice Age I" 7A ***
Start bei zwei grossen Grifflöchern (Markierung: weisser Pfeil und zwei weissen Punkte) knapp rechts von 2. Rechts rüber zu markanten grossen Untergriff und über eine diaginale Struktur gerade hoch. Der Boulder endet bei einem handballgrossen "Knubbel" im grossen länglichen Querschlitz.
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4. "Ice Age II" 7A+ ***
Startet bei Zwei - und Dreifingerloch (Markierung: weisser Pfeil und ein weisser Punkt). Hoch zu einem fast kreisrunden Loch in weisser Platte. Nun nach links rüber und über "Ice Age I" aussteigen.

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5. Happy Colours 7C ***
Sehr schöner Boulder mit sehr harter Einzelstelle.
SD an einem guten Griffloch (Markierung: ein blauer und ein schwarzer Pfeil) knapp links eines grossen runden Sinterblocks. Kurze Querung nach links zu gutem Griff, dann schräg links hoch in das Dach, weit links raus und gerade hoch zu zwei grossen und guten Abschlusslöchern.

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6. Eau Profond 8B+ *** (Fred Nicole)
Sehr langer Boulder mit eine sehr schwerer Stelle am Anfang, sowie am Ende.
SD wie "Happy Colours". Über das eckige Loch und winziger Lochleiste gerade in das Dach hinein zu grösseren Griffen. Nun im grossen Bogen vor zu den Startgriffen von 7. und 8. Hier wieder nach rechts und bei kleinem Einschnitt gerade hoch.
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7. Bout du Profond 8A ***
Der isolierte Ausstieg von "Eau Profond".
Startet stehend auf markanten Felskopf an zwei in kopfhöhe befindlichen Lochleisten. Über Loch und markanter Untergriffleiste nach rechts, dann über den kleinen Einschnitt gerade hoch.
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8. Bout du Profond - light 7C+ ***
Start wie "Bout du Profond", dann aber mehr oder weniger waagrecht nach rechts rüber bis zu den guten Griffen im flacherern Gelände.