Branson - Pierre a Grosse

Branson

Roger Jungo bei seiner Begehung von "La danse des balrogs" 8A+       Foto: Simone Bächler

Branson als Topbouldergebiet anzupreisen, heisst Eulen nach Athen zu tragen...
Hier wurde Bouldergeschichte geschrieben: "Traction céleste" war 1991 der erste 8A - Boulder der Schweiz, 1992 konnte Fred Nicole mit dem Boulder "La danse des balrogs" den ersten Boulder im Grad 8B eröffnen, bevor er noch eins nachlegte und mit "Radja" im Jahre 1996 den ersten 8B+ Boulder weltweit klettern konnte. Mehr Geschichte an einem Block geht kaum...
Auch wenn der Orginalstart von "la danse" nach einem Griffausbruch nicht mehr geklettert werden kann und der Alternativstart etwas leichter ist, so ist dieser Boulder immer noch eine absolute Messlatte für alle, die es wissen wollen... und "Radja" sowieso!

Branson

Anfahrt Auto:
Auf der Autobahn Lausanne - Sion bis zur Ausfahrt Martigny / Fully. Weiter Richtung Fully, nach der Brücke über die Rhone und nach dem Kreisel biegt man links ab nach Branson. Im Ort immer die oberste Möglichkeit bergan (Rue des Follatéres), bis man am oberen Ortsende scharf links auf eine sehr schmale Strasse abbiegen kann. Dieser kleinen Strasse folgen. In einer Serpentine biegt man links auf einen kleinen Weg ab. Nach ca. 200 Meter ist links ein kleiner Parkplatz.
Wer ein grosses Auto besitzt sollte besser im Ort parkieren und den restlichen Weg zu Fuss bewältigen - man schont Maschine, Hauswände und die eigenen Nerven. Es ist sowieso verwunderlich, dass man noch bis zum oberen Parkplatz fahren darf...

Anfahrt ÖV:
Gut.Mit der Bahn bis zum Bahnhof von Martigny. Dann mit dem Bus nach Branson zur Haltestelle "Village". Von dort der Strasse durch das Dorf folgen und wie beschrieben zum Gebiet (ab Haltestelle ca. 15 - 20 Minuten).
Hier direkt zum Online - Fahrplan der SBB.

Lage:
Schweizer Landeskarte 1:25000:  Blatt 1325 Sembrancher
Koordinaten: 573 050 / 108 840

Zustieg:
Siehe Skizze.
Die Blöcke liegen rund um den Parkplatz und sind von dort in 2 - 5 Minuten erreichbar.
Zu den Blöcken 6 - 8 geht man links der Bienenhäuser mehr oder weniger weglos den kurzen Hang hinauf.

Klima:
Sehr sonnig und warm. Ideales Wintergebiet.
In den restlichen Jahreszeiten kann es leicht zu warm werden.

Charakter der Kletterei:
Insgesamt handelt es sich um leicht bis stark überhängende Boulderei. Sehr körperkraftbetonte Kletterei an Leisten, Slopern und Seit- oder Zangengriffen. Leider sind viele der Griffe schon sehr abgegriffen!

Bodenbereich / Kinder:
Der Boden unter den Bouldern ist grösstenteils gutes Absprunggelände.

Besonderes:
Das ganze Gebiet ist das Naturschutzgebiet "Reserve des Follateres":
- Ausser den hier beschriebenen Blöcken dürfen keine weiteren Blöcke geputzt und bebouldert werden!
- Das Campieren und Übernachten auf dem oberen Parkplatz ist verboten!
- Die Vegetation ist so gut als möglich zu schützen.
- Verhaltet Euch nach dem Boulderkodex.

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Roger Jungo bei seiner Begehung von "La danse des balrogs" 8A+       Foto: Simone Bächler

Block 1:

Branson

Schöner Block mit vielen Möglichkeiten zum selber definieren. Klassisch ist die "Traversée à Sam". Ansonsten der perfekte Warm - Up Block für die harten Ziele...

  • 1. Mur I 5+

    SD an Leisten und gerade hoch.
  • 2. Traversée à Sam 6C - 7A ***

    Bewertung je nach Variante.
    SD links aussen. Möglichst tiefe Traverse nach rechts und beim Diagonalriss aussteigen.
  • 3. Mur II 6A - 6B ***

    Bewertung je nach Variante.
    SD etwa in der Mitte des Blocks. Mit verschiedenen Varianten gerade hoch.

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  • 4. L´Angle 5 ***

    Die markante Kante gerade hoch.
  • 5. Jump 6A - 6B ***

    Bewertung je nach Variante.
    SD an horizontalem Riss oder aus dem stehen. Mit "jump" oder auch ohne, gerade hoch.

Block 2:

Branson

Zu den folgenden Bouldern finden sich diverse Videos in der Videothek:
- Branson
- Frühlingstrip - Part II

  • 1. Traction céleste 8A ***   (F. Nicole)

    SD etwa 1,5 Meter rechts der linken Blockkante bei einer Rissspur. Kurz hoch, dann über schmale Leisten diagonal nach links zur linken Blockkante.
    Wird auch öfters mit Stehstart geklettert: 7B+
  • 2. Traction céleste - Integrale 8A+ ***

    Wie 1., allerdings ohne die linke Kante direkt hoch zum Ausstieg von 4.
  • 3. La danse des balrogs 8B  ***  (Fred Nicole)

    Nach dem Motto "Ehre, wem Ehre gebührt" muss zu diesem "Megaklassiker" von Fred Nicole und der Orginalbewertung 8B folgendes bemerkt werden.
    Zum Start gibt es zwei verschiedene Methoden. Es hat sich heutzutage eingebürgert, "La danse" mit einem weiten schweren Zug (Variante Fred Moix) zu starten (siehe Bild unten). Diese Variante ist die deutlich leichtere Methode. Die Orginalvariante startet knapp links der heute gebräuchlichen Variante. Es sind statt dem einem langen Startzuges der "New school -Variante" jedoch drei harte Züge! Dadurch werden logischerweise auch die anschliessenden Züge deutlich anstrengender. Die Orginalvariante ist und bleibt 8B.
    Wer also "La danse" als "soft" bezeichnet muss sich überlegen, ob er den richtigen Einstieg geklettert ist...
    Der "neue" Start ist ein Sitzstart mit beiden Händen am Seit-Untergriff-Schlitz, gefolgt von einem eigenartigen Überkreuzer, dann diagonal nach rechts oben und über "La jonction" aussteigen.
    Der Orginalstart ist ein Sitzstart knapp links davon.
  • 4. Radja 8B / 8B+ ***   (F. Nicole)

    SD dort, wo der Block einen kleinen "Knick" macht, an Seituntergriffen. Gerade hoch zu markanten Sloper, dann schräg nach links zur Kante.
  • 5. Gautama 8B+ ***   (T. Chappex)

    Es werden doch immer noch neue Linien gefunden... . Théo Chappex begeht diese im Februar 2010.
    SD in "Les feux...". Traverse nach links und über "Radja" aussteigen.

  • 6. Bon baiser de Bleau 7B+ ***

    Sozusagen der Stehstart zu "La jonction".
    Start mit Rechts beim Riss und mit Links beim Seitgriff weit links draussen.
  • 7. La jonction 8B ***   (F. Nicole)

    SD wie 8. Gerade hoch zum breiten Rissbeginn, nun weit nach links zu Seitgriff und hoch zur Sloperkante. Nun nach rechts oben zum Ausstiegsgriff.
  • 8. Les feux d´azeroth 8A ***

    SD an feinen vertikalen Rissspuren. Über einen winzigen "Zapfen" (rechts des Risses) gerade hoch zum breiter werdenden Riss. Weiter mit relativ guten Griffen nach rechts oben zum Ausstiegsgriff.

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Roger Jungo im "New school" - Einstieg von "La danse.." 8A+          Foto: Simone Bächler

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  • 8. Ping-pong 6B

    SD an der linken Kante des Blockes. Gerade hoch.
  • 9. Toit 7C

    SD in der Mitte des Blockes. Mit einem sehr schweren Zug gerade hoch und oben auf den Block aussteigen.
  • 10. Angle 6C+ / 7A  ***

    SD rechts an der Kante. Der Kante folgen und oben auf den Block aussteigen.

Ausser den hier beschriebenen Bouldern gibt es noch eine Reihe von weiteren Bouldern rund um den Block, welche aber eher untergeordnete Bedeutung haben.

Block 3:

Branson

  • 1. Trav par le haut 6A - 6B ***

    Bewertung je nach Variante.
    SD ganz links aussen. Kurz hoch, dann an guten Griffen ganz nach rechts traversieren.
  • 2. Trav par le bas 7B ***

    Startet wie 1. Kurz nach dem Start steigt man an den Leisten ab und traversiert knapp über dem Boden nach rechts. Die Züge direkt am Loch und kurz danach bilden die Schlüsselsequenz.
    Das ganze kann auch hin und zurück geglettert werden: Aller et retour 7C

    In der Videothek findet sich ein Video zu dieser Traverse:

    - Branson "Trav de bas"