Gasteretal - eine Bestandsaufnahme

Nach dem grossen Hochwasser und den vielen Schadensmeldungen aus dem Gasteretal war es für mich an der Zeit, mir selbst ein Bild zu machen. Ich wollte unbedingt wissen, was von diesem herrlichen Bouldergebiet noch übrig ist.
Mit dem Bike startete ich heute von Kandersteg zu meiner kleinen "Expedition" ins Gasteretal. Bis Selden ging es sogar ganz gut, denn die Strasse wurde schon notdürftig repariert und ist zumindest "fahrbar".
Ab Selden war dann aber komplett Schluss: es gibt dort keine Strasse mehr - und zwar wirklich GAR KEINE.
Zu Fuss ging es weiter: Bis Heimritz wurde mittels Kettensäge und grösserem Gerät ein kleiner Weg und eine provisorische Brücke angelegt. Dann ist aber auch dort Schluss. Hinter Heimritz erkennt man das Tal nicht wieder. Aus der schönen Wiesenlandschaft ist eine Steinwüste geworden. Es ist unglaublich, man fragt sich wo all die Steine hergekommen sind. Das Tal und einige Seitenbereiche sind mit 5 bis 10 Meter Schutt aufgefüllt.
Teilweise richtig grosse Boulderblöcke sind einfach WEG!
Es wird einige Zeit dauern bis die wenigen Bewohner zum Alltag zurückkehren können und dort wieder Vieh weiden kann - wenn überhaupt.
Wir Boulderer werden auf einige Blöcke verzichten müssen, einige andere können mit Schaufel und Hacke sicherlich wieder boulderbar gemacht werden und viele sind verschont geblieben.
Wenn die Wanderwege hergerichtet werden, kann dort nächsten Sommer wahrscheinlich wieder gebouldert werden.

Hier noch einige Bilder:

Gasteretal

Das Gasthaus in Heimritz ist noch da, aber die Ställe hat es schwer erwischt.

Gasteretal

Das obere Gasteretal ist nur noch eine Steinwüste. Im Sommer weideten hier noch die Kühe.

Gasteretal

Sommer 2011: Der perfekte Boulderblock.

Gasteretal

November 2011: Der gleiche Block, die oberen 1,5 Meter sind noch kletterbar...

Gasteretal

Dieser Zug zur Kante befindet sich nun ca. 1 Meter unter dem Boden.

Gasteretal

Sommer 2011: Boulderidylle mit perfektem Absprunggelände.

Gasteretal

November 2011: Ein Trümmerfeld, ein Fall für Schaufel und Hacke...